Leider mehrten sich
in den letzten Wochen die Fälle, bei denen ein durch
unseren Verein vermitteltes Tier an uns
zurückgegeben wurde. Aus diesem Grunde ist es uns
ein Anliegen, einmal einige Worte über diese
Mitmenschen zum Ausdruck zu bringen, die sich
unüberlegt ein Tier aus dem Tierschutz anschaffen
und sich nicht darüber im Klaren sind, was es
bedeutet, eine solche Verantwortung auf sich zu
nehmen. Ist der Entschluss gefasst, einem Tier aus
dem Tierschutz ein neues Zuhause zu geben, sollte
derjenige sich überlegen, dass es sich dabei um
Tiere handelt, die zum Teil bereits eine Geschichte
hinter sich haben. Dabei handelt es sich nicht
selten um eine traurige oder gar sehr schlimme
Vergangenheit, die durchaus hin und wieder auch
schon einmal zu einem Trauma des Tieres führen kann.
Bevor solche armen Wesen aus der Obhut der
jeweiligen Tierschutzorganisation an neue
Besitzer gegeben werden, vergehen Wochen und
teilweise sogar Monate, in denen sich um die Tiere
bemüht wird, damit sie wieder Lebensfreude und das
Vertrauen in die Menschen zurückgewinnen.
Es sind schon
"gebrauchte" Tiere, denen man sich entledigt hat und
mit denen oftmals nicht zimperlich umgegangen wurde.
Diese Tiere brauchen einen besonderen Halt und
natürlich Verständnis. In der Regel geben die
Tierschützer, die das Tier vertrauensvoll dem neuen
Besitzer übergeben, entsprechende Ratschläge mit auf
den Weg, doch sollten diese auch befolgt werden,
bevor das Tier voreilig wieder abgegeben wird,
wenn es nicht einwandfrei "funktioniert".
Ein Beispiel: der
Welpe ist putzig und süß, wird er jedoch älter,
tritt meist das erste Problem auf, was nicht der
kleine Hund verursacht sondern sein Halter, weil er
es versäumt hat, seinen neuen Hund zu erziehen.
Selbstverständlich
muss man sich die Mühe machen, einem Tier gewisse
Regeln beizubringen, damit das gemeinsame Leben von
Mensch und Tier gelingt. Aber es ist so einfach,
sich in diesem Fall doch gleich wieder von dem Tier
zu trennen, denn die Tierschutzorganisation, die es
vermittelt hat, muss das zwischenzeitlich
"verkorkste" Tier ja eh zurücknehmen.
Jeder, der sich ein
Tier anschaffen möchte, sollte sich reiflich
überlegen, ob er gewillt ist, ihm ein dauerhaftes
Zuhause zu geben und ob er auch bereit dazu ist, es
zu behalten, wenn mal ein Problem auftritt.
Weiterhin sollte
sich der Anwärter auf ein Haustier darüber Gedanken
machen, kann ich mir überhaupt ein Haustier leisten,
denn Tiere kosten Geld und das ist in der heutigen
Zeit knapp. Das Halten von Haustieren ist
mittlerweile Luxus, bedingt durch die
Kostenexplosion bei Futtermitteln,
Tierarztrechnungen, Versicherungsbeiträgen, Steuern
usw.
Die
Gedankenlosigkeit einiger Menschen, die sich
unbedacht dazu entschließen, "heute gehe ich
einmal ins Tierheim oder wende mich an eine
Tierschutzorganisation und hole mir ein Tier ins
Haus ..." verursacht immer aufs Neue traumatische
Erlebnisse für das dann erneut abgeschobene Tier.
Diese Wesen sind unsere Mitgeschöpfe und haben
Gefühle, die verletzt werden. Es ist einfach
unverantwortlich und völlig gefühllos, sich ohne
wirklichen Grund, nur aus Bequemlichkeit seines
Tieres zu entledigen und es einem ungewissen
Schicksal zu überlassen. Für meinen Geschmack, und
da treffe ich sicherlich ebenfalls den von vielen
anderen Tierschützern, handelt es sich bei diesen
Personen um oberflächliche, pflicht- und
gewissenlose Menschen, die es gar nicht verdient
haben, die Liebe eines Tieres zu empfangen.
Rita von Itter
1. Vorsitzende